Schweden 2016 – Part III

Alle guten Dinge sind drei. Und so ging es Ende September zusammen mit Sverige-Buddy Tim noch einmal nach Schweden. Das Ziel diesmal, Laxfiske in Laholm. Naja, zumindest eines der Ziele. 😉 Neben den Lachsen, war ich aber natürlich auch gespannt darauf, was die Zander und Hechte im Vidöstern machen und zudem stand ein ganz neuer, für mich unbekannter See, auf der Agenda. Ein straffes Programm für 6 Angeltage.

Wir begannen bei schönstem Toftaholmwetter auf dem Vidöstern-See. Der See hatte eine Wassertemperatur von 16 Grad und die Schilfgürtel begannen ganz langsam den Herbstlook anzunehmen. Wir fischten auf den Sommerspots der Zander. Schnell gab es den ersten Biss und auch den ersten kleinen Zander. Auf dem Echolot, sah man viele Fische bei 5m. aber auch zwischen 7 und 9 Metern Wassertiefe war gut was los. Leider blieb der erhoffte, gute Zander aus. Lediglich 7 keine Zander sollte es beim letzten Vidöstern-Besuch 2016 geben.

Am nächsten Tag stand Laholm auf dem Programm. Hier mündet der 244km lange Fluss Lagan in die Ostsee. Nach den ersten 8 Flusskilometern, gibt es eine Querverbauung in Form eines Kraftwerks. Diese Querverbauung ist nicht, wie in Deutschland mittlerweile üblich, mit einer Fischtreppe ausgestattet. Wanderfische wie Meerforelle, Lachs oder Aal verbleiben also zwangsläufig in diesem Flussabschnitt. Eine Lachszucht direkt am Kraftwerk, besetzt immer wieder tausende Junglachse, die seit Jahren ihren Weg auch wieder zurück in den Lagan finden.

Die Flüsse in ganz Südschweden führten, bedingt durch wenige Regenfälle, sehr wenig Wasser, sodass die Turbinen des Kraftwerks nur vormittags und abends angeschaltet wurden. Nur dann hatte der Lagan Strömung. Reguliert wurde der Durchfluss auf ca. 65 ccm/sec.

Geangelt wird hier hauptsächlich mit Tubeflies am Seitenarm beschwert mit einem Tiroler Hölzl. Die Fliege wird durch die Strömung in Grundnähe verführerisch durch das Wasser gewedelt und reizt den Lachs oder die Forelle hin und wieder zum Anbiss. Fliegenfischer fischen mit bebleiten Streamern.

Ich versuchte mein Glück jedoch mit kleinen bis mittleren Wobblern und Blinkern. Wir begannen in der Nähe des Kraftwerks und fischten flussab. Stromaufwerfen ist übrigens verboten. Es folgte Wurf auf Wurf. Hier und da sah man tatsächlich Lachse, die voller Freude aus dem Wasser gesprungen sind. Für meine Wobbler interessierten diese sich allerdings absolut nicht. Weiter angeln, weiter werfen, irgendwann rappelt es schon, lautete die Devise.

Nach einem sehr zähen Vormittag fuhren wir noch einmal eine neue Stelle, etwas weiter flussab an. Hier überquerte eine Eisenbahnbrücke den Fluss und es gab somit 4 Brückenpfeiler, die die Strömung brachen und einen großen Schatten auf dem Wasser. Tendenziell ein ganz guter Hotspot für Fisch.

Ich wechselte auf Gummifisch. In diesem Fall auf einen kleinen FoxRage Zander Pro in der Farbe Hot Olive. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie viele Würfe es dauerte, aber ich meine es ging recht schnell. Nach einem gezielten Wurf hinter den Brückenpfeiler, tockte es kräftig. Nach direktem Anhieb war die Rute krumm und es wehrte sich ein Fisch recht stark. Anfangs dachte ich sofort an einen Zander, oder starken Barsch. Der Einschlag wäre recht typisch für einen dieser Räuber gewesen. Als ich den Fisch dann zum ersten Mal sah, bekam ich doch ein wenig weiche Knie. Ein schlanker Fisch mit torepdoförmigen Körper zeigte sich. Es war tatsächlich ein Lachs. Dieser stand scheinbar direkt hinter dem Brückenpfeiler und nahm den dort von mir angebotenen Gummifisch in der Absinkphase. Nach knackigem Drill war der Fisch dann auch zum Glück im Kescher.

Motiviert durch den Fang, fischten wir am nächsten Tag noch einmal in Laholm. Von der Eisenbahnbrücke angefangen bis hin zur Mündung in die Ostsee. Wir bekamen unglaublich viele Fische zu sehen. Lachse sprangen meterhoch aus dem Wasser. Mehr leider auch nicht.  Es werden lediglich 5-10 Fische am Tag gefangen. Dagegen stehen allerdings wer weiß wie viele Angler täglich.

Alles in allem war es eine super Erfahrung und zugleich erstaunlich zu sehen, wie viele Lachse aus der Ostsee zurück in ihren Heimatfluss ziehen. Auch wenn das Lachsangeln selbst nicht so gelaufen ist, wie ich mir anfangs erhofft hatte, war ich dennoch sehr glücklich darüber, überhaupt einen Salmon Salar gefangen zu haben.

Nach zwei Lachstagen fischten wir 2 Tage am Örsjön, ein See mit vielen kleinen Inseln und sehr vielen Untiefen und Steinen. Wind und Wetter erschwerten dies allerdings enorm. Letztendlich haben wir hier ein Paar kleinere Zander und einen knapp 90er Hecht zum Anbiss überreden können.

Am letzten Tag statteten wir dem Vällingasjön, einem idyllisch in den schwedischen Wäldern gelegenen Forellensee, einen Besuch ab. Hier fischten wir mit Wobblern und Blinkern auf Forelle. Der Plan ging auf, und wir konnten schöne Regnboge (schwedischer Name) und auch eine Bachforelle auf die Schuppen legen.

Nun aber wirklich, hej då Sverige!

Zuletzt noch ein Paar Infos:

Laxfiske Laholm SE Tageskarte 180 Kr

Vällingasjön in der Nähe von Lagan SE Tageskarte 160 Kr